YouTube Videokampagnen: Videoreichweite, Videoaufrufe und was aus Video-Action-Kampagnen wurde
YouTube Videokampagnen gibt es heute in drei Untertypen: Videoreichweite, Videoaufrufe und Anzeigensequenz. Die conversionorientierten Video-Action-Kampagnen laufen inzwischen in Demand Gen. Wir zeigen, welche Kampagne zu welchem Ziel passt und wie Sie den Erfolg messen.

YouTube Videokampagnen sind der Kampagnentyp in Google Ads, mit dem Sie auf YouTube und bei Google-Videopartnern werben. Richtig aufgesetzt, bringen sie Ihre Botschaft in kurzer Zeit vor ein großes Publikum. Wählen Sie jedoch den falschen Untertyp, ist das Budget schnell verbraucht und die Ergebnisse bleiben hinter den Erwartungen zurück.
In den letzten zwei Jahren hat sich dieser Kampagnentyp stark verändert. Zunächst hat Google die conversionorientierten Video-Action-Kampagnen in Demand Gen überführt. Außerdem erhalten Shorts und TV-Bildschirme inzwischen einen großen Teil der Videobudgets. In diesem Leitfaden erklären wir die aktuellen Untertypen, wann Sie welchen wählen und wie Sie den Erfolg messen.
Was sind YouTube Videokampagnen?
Dieser Kampagnentyp zeigt Ihre Anzeige vor, während oder nach Videos, außerdem in Suchergebnissen, auf der Startseite und im Shorts-Feed. Sie steuern ihn direkt in Ihrem Google-Ads-Konto. Deshalb nutzen Targeting, Budget und Messung dieselbe Grundlage wie Ihre anderen Google-Kampagnen.
Die eigentliche Stärke dieser Kampagnen liegt in Reichweite und Wiedergabe. Das heißt, das Ziel ist, dass die richtige Zielgruppe Ihre Botschaft sieht und sich daran erinnert. Wenn Sie dagegen direkte Conversions wie Verkäufe oder Leads erreichen wollen, ist heute eine Demand-Gen-Kampagne der richtige Ort. Diese Trennung erklären wir weiter unten genauer.
Arten von YouTube Videokampagnen
Wenn Sie in Google Ads eine Videokampagne anlegen, wählen Sie zwischen drei Untertypen. Dabei verfolgt jeder ein anderes Ziel und nutzt eine andere Gebotsstrategie.
| Untertyp | Ziel | Gebot | Formate |
|---|---|---|---|
| Videoreichweite | Möglichst viele einzelne Personen erreichen | Ziel-CPM | Bumper, überspringbare und nicht überspringbare In-Stream-Anzeigen, In-Feed, Shorts |
| Videoaufrufe | Mehr Wiedergaben des Videos erzielen | Maximaler CPV | Überspringbare In-Stream-Anzeigen, In-Feed, Shorts |
| Anzeigensequenz | Eine Geschichte Schritt für Schritt erzählen | Ziel-CPM | Bumper, überspringbare und nicht überspringbare In-Stream-Anzeigen |
Kampagnen für Videoreichweite
Dieser Untertyp soll mit Ihrem Budget möglichst viele einzelne Personen erreichen. Dafür bietet er drei Optionen. Erstens kombiniert die effiziente Reichweite Bumper und überspringbare Anzeigen und hält die Kosten pro Person niedrig. Die nicht überspringbare Reichweite sorgt hingegen dafür, dass Ihre 15-Sekunden-Botschaft vollständig läuft. Schließlich erreichen Sie mit der Zielhäufigkeit dieselbe Person eine festgelegte Anzahl von Malen pro Woche.
Besonders gut eignet sich dieser Untertyp für Produkteinführungen, Saisonstarts und den Eintritt in neue Märkte. Denn in diesen Phasen geht es vor allem darum, Ihre Marke schnell vielen Menschen bekannt zu machen.
Kampagnen für Videoaufrufe
Diese Kampagne optimiert dagegen darauf, dass Menschen Ihre Anzeige tatsächlich ansehen. Meist berechnet Google erst dann Kosten, wenn jemand 30 Sekunden oder die ganze Anzeige ansieht. So zahlen Sie nicht für Impressionen, die niemanden interessiert haben. Für Produktdemos, Anleitungen und längere Markenfilme ist das meist die beste Wahl.
Anzeigensequenz
Dieser Untertyp zeigt derselben Person mehrere Videos in einer festgelegten Reihenfolge. Zum Beispiel kommt zuerst ein 6-sekündiger Teaser, danach eine 15-sekündige Produktgeschichte und am Ende die Kampagnenbotschaft. Auf diese Weise erzählen Sie Geschichten, die nicht in ein einziges Video passen.
Was ist aus Video-Action-Kampagnen geworden?
Lange Zeit empfahl Google Video-Action-Kampagnen für Conversions auf YouTube. Im April 2025 stoppte Google jedoch das Anlegen neuer Kampagnen dieses Untertyps. Anschließend stellte Google die übrigen Kampagnen im Laufe des Jahres 2026 auf Demand Gen um. Die Google-Ads-Hilfe bestätigt, dass dieser Wechsel abgeschlossen ist.
Demand Gen erledigt dieselbe Aufgabe in einem größeren Umfeld. Neben YouTube schaltet es Anzeigen auch in Discover und Gmail und kombiniert Video-, Bild- und Karussellformate in einer Kampagne. Deshalb setzen wir YouTube-Anzeigen mit Umsatz- oder Lead-Ziel heute in Demand-Gen-Kampagnen auf.
Welche Kampagne für welches Ziel?
- Bekanntheit aufbauen: Videoreichweite. Steuern Sie über Reichweite und Häufigkeit.
- Ein Produkt erklären: Videoaufrufe. Achten Sie auf Aufrufrate und Kosten pro Aufruf.
- Eine Geschichte erzählen: Anzeigensequenz. Ordnen Sie die Videos nach der Reaktion der Zuschauer.
- Umsatz oder Leads erzielen: Demand Gen. Schließen Sie das Conversion-Tracking vor dem Start ab.
Für die meisten Marken entstehen die besten Ergebnisse, wenn diese Kampagnen zusammenarbeiten. Zuerst erreichen Sie mit Videoreichweite ein breites Publikum. Danach sprechen Sie Personen, die das Video gesehen haben, mit Demand Gen oder Suchkampagnen erneut an. So wird YouTube zu einem Kanal, der den oberen Teil Ihres Funnels füllt.
YouTube-Anzeigenformate und Längen
- Überspringbare In-Stream-Anzeige: Zuschauer können nach 5 Sekunden überspringen, daher müssen Marke und Botschaft früh erscheinen.
- Nicht überspringbare In-Stream-Anzeige: In der Regel bis zu 15 Sekunden. Auf TV-Bildschirmen gibt es zusätzlich eine 30-Sekunden-Option.
- Bumper: Bis zu 6 Sekunden und nicht überspringbar. Ideal für eine einzelne Erinnerungsbotschaft.
- In-Feed: Erscheint mit Vorschaubild in Suchergebnissen und Empfehlungen; das Video startet nach einem Klick.
- Shorts: Vertikale 9:16-Anzeigen zwischen kurzen Videos.
Allerdings funktioniert ein langer Film selten in allen Formaten gleich gut. Darum empfehlen wir für jeden Film eine 6-Sekunden-, eine 15-Sekunden- und eine vertikale Shorts-Version.
So richten Sie YouTube Videokampagnen ein
- Ziel wählen: Entscheiden Sie, ob Sie Reichweite, Aufrufe oder Conversions wollen.
- Messung vorbereiten: Verknüpfen Sie Ihren YouTube-Kanal mit Google Ads und prüfen Sie Ihr GA4-Setup.
- Zielgruppe festlegen: Starten Sie mit Interessen, Lebensereignissen und eigenen Kundenlisten.
- Creatives zuordnen: Laden Sie Videos in der Länge und dem Format hoch, die jeder Untertyp braucht.
- Budget und Häufigkeit festlegen: Entscheiden Sie vorab, wie oft dieselbe Person Ihre Anzeige sehen soll.
- Die ersten zwei Wochen beobachten: Prüfen Sie Placements, Aufrufrate und Kosten und ersetzen Sie schwache Creatives.
Wie Sie den Erfolg messen
Wer diese Kampagnen nach Klicks oder Last-Click-Conversions bewertet, zieht falsche Schlüsse. Schließlich sehen die meisten Zuschauer die Anzeige, kaufen aber erst Tage später über einen anderen Kanal. Stattdessen empfehlen wir diese Kennzahlen:
- Einzelne Reichweite und durchschnittliche Häufigkeit
- Aufrufrate und wie viel vom Video gesehen wurde
- Kosten pro tausend Impressionen (CPM) und Kosten pro Aufruf (CPV)
- Brand-Lift- und Search-Lift-Studien, wenn das Budget reicht
- Veränderung bei Markensuchen und direktem Traffic während der Kampagne
Wenn Sie diese Kennzahlen jeden Monat im selben Bericht verfolgen, sehen Sie klar, was YouTube zum Wachstum beiträgt.
Häufige Fehler
- Einen 30-Sekunden-TV-Spot ungekürzt als überspringbare Anzeige hochladen.
- Eine Kampagne für Videoreichweite nach Kosten pro Conversion bewerten und abschalten.
- Derselben Person ohne Frequency Capping mehrmals täglich dieselbe Anzeige zeigen.
- Ungeeignete Placements und Kinderinhalte nie prüfen.
- Conversionorientierte Anzeigen weiterhin in einer Videokampagne aufsetzen wollen.
Fazit
YouTube Videokampagnen machen Ihre Marke schnell einem großen Publikum bekannt, wenn Sie sie für das richtige Ziel einsetzen. Kurz gesagt: Bewerten Sie jeden Untertyp nach seiner eigenen Aufgabe und überlassen Sie Conversions der Demand-Gen-Kampagne. In unserem Service für YouTube-Werbung planen wir Kampagnenstruktur, Creative-Schnitte und Messung gemeinsam. Wie Video mit Ihren anderen Google-Ads-Kampagnen zusammenspielt, zeigt unser Leitfaden zum Google-Ads-Schalten. Wenn Sie Ihr Konto gemeinsam mit uns ansehen möchten, nehmen Sie Kontakt auf.


